14. Mai 2012

Journaling - Warum?

Ja, ich gestehe - ich liebe Worte. Vor allem geschriebene. Vielleicht finde ich es deshalb so wichtig - das "Journaling" (gesprochen: Schoarnäling). Das Wort an sich mag ich nicht - eines der englischen Wörter, die sich für mich im Deutschen albern anhören - 
aber das Thema an sich finde ich um so wichtiger ;)))
  
Warum ist es so wichtig, zu einem Layout einen Text zu schreiben?
  
Ich versuche, diese Frage, mal aus meiner Sicht zu beantworten:
Manche Layouts sind echte Kunstwerke, die Einteilung, die netten Kleinigkeiten, Schnick-Schnack...alles klasse- und doch fehlt das, was das Layout erst perfekt macht.
Für mich braucht jedes Layout eine Aussage, einen Text, eine Erklärung. Wer schaut sich diese wunderbaren Kunstwerke denn in 10 Jahren noch an, wenn man nicht weiss, warum man überhaupt die Zeit investiert hat, es zum Kunstwerk zu machen? Wen interessieren unsere Layouts in ein paar Jahren noch? Und warum interessieren sie noch? Was war so wichtig an dem Foto, was war passiert, an was wollen wir uns erinnern?
  
Was interessiert mich an meinen alten Fotoalben aus meiner Kindheit? Es sind die Geschichten, die meine Eltern dazu schrieben, kleine Anekdoten, Orte, an denen wir Urlaub machten, Menschen, mit denen wir zusammen waren und Geschichten erlebten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Freunde und Verwandten meine Werke unheimlich gerne ansehen. Was glaubt ihr, was meine Sachen für sie so interessant machen? Glaubt ihr, es ist wichtig für jemanden, welches Papier ich genommen, wieviele Embellis (=Verzierungen) ich benutzt habe und ob ich nach dem neuesten Trend gearbeitet habe?? 
Ganz ehrlich: in meinem Umfeld gibt es keinen, den sowas interessiert! Das Interesse gilt den Geschichten, die ich erzähle mit meinen Minialben und Layouts. 
Es werden die Bilder angeschaut, der Text wird gelesen, darüber geschmunzelt und gelacht.
Auch wenn man denkt, "ach, das behalte ich doch aber" es passiert so viel, man kann gar nicht alles behalten. Doch manche Kleinigkeiten sind es einfach wert, festgehalten zu werden.
Und dabei muss man auch gar kein großer Schreiber sein, manchmal reichen ein paar Stichworte, ein-zwei Zeilen oder auch ein kleines Gespräch, um das Layout komplett zu machen. 

Vielleicht hilft es ja, sich beim Schreiben des Journalings zu überlegen, was man seinen Kindern oder Enkeln an Erinnerungen mitgeben möchte, wenn man es ihnen selbst nicht mehr erzählen kann. 
Ein verscrapptes Foto kann ein kleines Kunstwerk sein und wenn man ein wenig Text hinzu fügt, vervollständigt man es zu einer schönen Erinnerung
Viel Spass beim Texten!!!
Sabine

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